29.06.2022: Ich Brauche Eine Genie #17 @Festsaal Kreuzberg (Biergarten) mit: Ducks on Drugs, Zustra, “These-Girls, too”-Lesung (Sibel Schick & Juliane Streich) und The Doctorella

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Bohemian Strawberry & amSTARt präsentieren:

 

ICH BRAUCHE EINE GENIE #17 – Popkultur, Feminismus, Herstory & so

29.06. 2022 – Biergarten Festsaal Kreuzberg

Einlass: 19.30 / Beginn: 20.30

VVK: 8 / AK: 10 Euro (Spottpreis!)

5 JAHRE „ICH BRAUCHE EINE GENIE“ – Auf den Tag genau!

gefördert von der Musicboard Berlin GmbH

 

Mit: Ducks on Drugs (Electro-Punk-Pop ), Zustra (cinematischer, märchenalbtraumhafter Indie-Art Pop), The Doctorella (New Wave Rock Chansons mit glitterschmetter Textflow)

Lesung: Sibel Schick und Juliane Streich lesen aus: „These Girls, too“ (Streifzügedurch die feministische Musikgeschichte, Ventil Verlag, Juni 2022)

Moderation: Kersty & Sandra Grether

 

Vor genau 5 Jahren, am 29.Juni 2017, fand die erste Edition von „Ich Brauche Eine Genie – Popkultur, Feminismus, Spaß & so“ statt. Eine Veranstaltungsreihe wie ein holpriges Versprechen, das ganz hoheitsvoll eingehalten wurde.

Die erste Veranstaltung wurde von einem Jahrhundertstarkregen überflutet und war trotzdem gut besucht, der sprichwörtlich Dylan`sche  Hard Rain, der da fiel, hat die Reihe aber vielleicht auch einfach nochmal getauft. Denn schon nach der ersten Veranstaltung ( mit  Chefboss, Jolly Goods,  Margarete Stokowski, The Brides, The Doctorella, Zuckerklub )  war sie Kult.

 

Wir sind ein bisschen stolz, dass wir ein ums andere Mal beweisen konnten, wie viele weibliche*, edgy Genies es hierzulande  in der Musikwelt gibt. Und jetzt ist es ja auch mal langsam selbstverständlich geworden! There is a riot going on. Es gibt mehr gute Alben von Musikerinnen denn je zuvor.

 

Nach „EINE GENIE“- Songbook (mikrotext, 2021), „EINE GENIE“-Film und etlichen Corona-Web-Editionen geht es endlich wieder rauf auf die echte Bühne: yeah!  Und damit sich alle wohlfühlen wurde diese nach DRAUßEN, in den hübschen Biergarten des Festsaal Kreuzberg verlegt.

 

Die Hamburger Band DUCKS ON DRUGS hat gerade ihre neue EP „Junkietown“ (Audiolith) veröffentlicht. Mit so unsterblichen Zeilen wie „Ich wette, du siehst süß aus wenn du tanzt, weil du dich nicht zusammen reißen kannst.“ Klar, wie die Leute beim Tanzen aussehen haben wir alle in den letzten zwei Jahren Pandemie ja schon völlig vergessen 🙂

 

DUCKS ON DRUGS, das sind Daniela Reis und Ente Schulz.  Mit derbem  Humor erzählen ihre Songs die Geschichte einer Amour Fou als Außenseitergeschichte.  Musikalisch zwischen Elektronik, Synthies, Gitarren, Schlagzeug vom Band und Pop.  Daniela war eine Hälfte des Duos SCHNIPO SCHRANKE, die, bis zu ihrer Auflösung 2019, zwei Alben veröffentlicht hat, die den Schmutz und den Schmerz der Zeit so abgefuckt in euphorisierende Hymnen packte und beide in den deutschen Charts landeten.

 

Auch ZUSTRA macht Musik gegen den Knacks. Und ist eine, die ihren verstanden hat. Damit will sie die Welt weicher machen. Nach international vielbeachteten Singles erschien im Frühjahr ihr Debütalbum „The Dream Of Reason“ (Motor Music): epischer, transzendenter Avant-Pop, der keine Scheu hat vor den ganz großen Fragen. Das hat auch mit ihrer Biographie zu tun: Als Kind floh Ariana Zustra vor dem Krieg in ihrer Heimatstadt Dubrovnik. Brüche sind ein Grundmotiv von ZUSTRA, genauer gesagt: deren Überwindung! Die Songwriterin, Sängerin und Produzentin fomuliert die Herstory der gegenwärtigen Musikwelt aber nicht nur als Musikerin mit, sondern auch als Musikjournalistin!

Zustra

Was uns zu den Lesungen des Abends bringt:

 

Die Herausgeberin Juliane Streich liest, gemeinsam mit der Autorin Sibel Schick,  aus ihrer im Juni erscheinenden Fortsetzung der THESE GIRLS-Anthologie: THESE GIRLS, too (Ventil Verlag).

„Ein solches Buch war längst überfällig« jubelte die Presse vor zwei Jahren  als mit “These Girls – Einträge in die feministische Musikgeschichte« der unterhaltsame Reader über female* Artists – vom Klassiker bis zum Außenseitertipp –  erschien.   Und so erscheint mit THESE GIRLS, TOO im Juni 2022 der Folgeband nach, der Lücken füllt, übersehene Musikerinnen ins Rampenlicht rückt und Neues zu bekannten Künstlerinnen erzählt. Wieder wird über den persönlichen Blick von fast 100 Autor:innen die Vielfalt einer feministischen Musikgeschichte aufbereitet!

 

SIBEL SCHICK liest ihren Text über die türkische Rock-Sängerin ÖZLEM TEKIN. Sie ist freie Autorin und Journalistin, Kolumnistin, Podcasterin, Speakerin und Social-Media-Redakteurin. Thematisch beschäftigt sie sich mit Feminismus, Rassismuskritik und Türkeipolitik. Ihre Texte erschienen bisher u.a. bei der taz, Missy Magazine und nd. Ihr Buch »Hallo, hört ich jemand=« erschien 2020 bei Edition Assemblage. Ihr Leseheft »Deutschland schaff‘ ich ab. Ein Kartoffelgericht« veröffentlichte sie 2019 bei Sukultur.

sibel schick | Autorin, Journalistin, Speakerin.

 

JULIANE STREICH leitete zehn Jahre lang die Musikredaktion des Leipziger Stadtmagazins »kreuzer« (angeblich das beste Deutschlands), arbeitet bei MDR Kultur in der Onlineredaktion und schreibt als freie Autorin über Musik, Kultur und Gesellschaft. 2019 erschien die von ihr herausgegebene erste Anthologie aus der Buch-Reihe„These Girls“.

 

ventil verlag – These Girls, too (ventil-verlag.de)

 

 

Mehr Infos zu den Musik-Acts und zum Buch:

DUCKS ON DRUGS

Über ein Jahr ist es nun her, dass mit “Stabil Labil” das Debütalbum von  DUCKS ON DRUGS das Licht der Welt erblickte. Gerade erscheint die neue EP  “Junkietown”. Auch darauf experimentieren und kreieren sie einen spannenden Sound, der nie langweilig wird  – und nach all dem klingt, was man sich selbst schon mit Geliebten in endlosen Quatschnächten ausgedacht hat! Und doch ist DUCKS ON DRUGS ein unverwechselbares Duo zwischen Deepness und Comic-Appeal: dank der klaren tiefen Daniela-Stimme, der ergänzenden Gröl-Ente und dem tolldreisten Elektronik-Wumms.

Ducks On Drugs – Süße Musik (Official Video) – YouTube

 

ZUSTRA

Die kroatisch-deutsche Künstlerin ZUSTRA erschafft Musik, die irgendwo zwischen Abgrund und zarter Hoffnung changiert. Ja, das ist episch! Schon jetzt lässt ZUSTRA erahnen, wie James-Bond-Songs der Zukunft klingen könnten. In ihren Tracks reichen sich Kate Bush, William Shakespeare und John Williams die Hand und spazieren wie Kinder von der Kirche in die Fac 51 Haçienda.

Die Singer-Songwriterin und Produzentin hat ein feinsinniges Gespür für das Helldunkel unseres Daseins. Ihr cinematischer Art Pop weckt Assoziationen: Twin Peaks, Lars von Triers Melancholia – und soll Dune nicht eh noch mehrere Teile bekommen? Eins steht fest:  ZUSTRA ist ein Projekt der Wiedervereinigung von künstlich Getrenntem. Gerade, weil sie einen warmen Humor hat, kann ihre Musik darauf verzichten, sich über ihre eigene Transzendenz lustig zu machen.

ZUSTRA – The Dream Of Reason (Official Video) – YouTube

 

THESE GIRLS, TOO (Anthologie, Hrsg Juliane Streich, Ventil Verlag)

In über 100 lehrreichen, kurzweiligen und persönlichen Texten schrieben Journalist:innen, Musiker:innen,  Fans und Freund*innen über Bands, die sie prägten, über Künstlerinnen, die den Feminismus eine neue Facette gaben, über Lieblingsplatten, Lebenswerke und Lieder, die sie mitgrölen.

Gelobt wurden die »Wundertütenhaftigkeit« (Tagesspiegel) und das »aktivierende und befreiende Gefühl, endlich starke Stimmen und lauten Krach außerhalb des meistens weißen, cis-hetero-dominierten Boys Clubs zu hören« (Skug).

Autor:innen wie Paula Irmschler,  Sibel Schick, Jacinta Nandi, Ted Gaier, Nina Kummer, Linus Volkmann, Kersty Grether, Sandra Grether, Ebba Durstewitz, Kuku Schrapnell und andere schreiben über Amy Winehouse, Moe Tucker, Gudrun Gut, Britney Spears, Mercedes Sosa, Gianna Nannini, Joan Jett, Little Simz,  Vashti Bunyan, Billie Eilish, Stevie Nicks und zahlreiche weitere.

 

 

THE DOCTORELLA:

Mit ihrer Band The Doctorella kombinieren die Gastgeberinnen  Kersty und Sandra Grether glitterschmetter Textflow in new wavigen Rock-Chansons. Bei Genie#17 spielen sie erstmals auch Songs vom kommenden Album.

DOCTORELLA – Gehst du heut mit mir ins Kino? (Frauen*kampftag-Mix, 2020) – YouTube

 

Die Reihe “Ich Brauche Eine Genie” wird gefördert von der Musicboard Berlin GmbH.