Wir stellen vor: Salwa Houmsi – Moderatorin, Hip-Hop-Journalistin und Dj

Das Neue kommt ja, wenn man dem Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen glauben will, immer aus der Richtung, aus der man es am wenigsten erwartet hätte. Nun habe ich wirklich am allerwenigsten bei Radio Fritz die feministische Moderatorin erwartet. Noch dazu eine, die sich tatsächlich dafür einsetzt, dass auch Musik von Frauen* läuft. Salwa Houmsi ist zwar schon eine ganze Weile bei dem Sender, der im Hauptprogramm am liebsten Alternative Rock oder Hip-Hop von Männern spielt, gerne auch aus Deutschland dürfen die sein, während man von Frauen* immer nur die zu hören bekommt, die bei Youtube die 100 Millionen Grenze erreicht haben. Also nichts gegen Katey Perry und Co, aber findet ihr es wirklich fair, dass Bands wie Wanda und Bilderbuch groß werden dürfen, während Bands von Frauen, Queers und non-binären Menschen, die so klingen, natürlich als viel zu unkommerziell gelten, um dort gespielt zu werden. Na ja, jedenfalls ist Musik mit deutschen Texten von Frauen auf Radio Fritz oder auch beim unsäglichen Fritzpoeten-Festival scheinbar absolutes No Go (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die spielt auf jeden Fall nie Gitarre). Ich schalt immer mal wieder ein und immer wieder bietet sich dieser Höreindruck. 

Salma Houmsi ist aber nicht nur Moderatorin, sondern auch Hip-Hop Journalistin und DJ und ob sie Musik von Frauen mit deutschen Texten spielt weiß ich nicht, auf jeden Fall hat sie einen Plan und einen Blick für Feminismus und sie drischt nicht immer diese dummen Phrasen, sondern auf die Frage Warum sie Hip Hop hört als Feministin sagt sie entschieden tolle Sachen. Schaut es auch selber an, es gibt also Hoffnung! So gut kann Journalismus gelingen, wenn Leute es mal nicht studieren, sondern machen. Journalismus habe was mit Mut zu tun, hat sie mal in einem Interview gesagt. Und  sinngemäß sowas wie: “Es wäre ja einfach, wenn man einfach nur drei Jahre Journalismus studieren müsste und dann wäre man ein guter Journalist.” Wir feiern das so!

Und sie hat auch eine tolle Playlist auf Soundcloud zusammengestellt, wir hören die Playlist schon den ganzen Tag;):

Auf ihrer FB-Seite  schreibt sie dazu:

Außerdem habe ich eine lange Playlist namens „Who Run It“ erstellt, mit ein paar meiner fav female MCs (Bit.ly/whorunitgirls). Die könnt ihr ja den Ungläubigen zeigen, die behaupten „es gäbe einfach keine guten Rapperinnen“. Doch. Aber sie werden (zb in den wichtigen HipHop-Playlists, auf Festivals usw.) nicht ausreichend sichtbar gemacht.

Seit #rkellystummschalten habe ich gelernt, dass es absoluter Bullshit ist sich hinter „ich kann ja eh nix ändern“ zu verstecken. Wir alle können innerhalb unseres Einflussbereiches unsere Stimmen nutzen. An jeden Rapper, Booker, A&R, Musikjournalisten, jeden einflussreichen Musikindustrie-Dude: ihr alle habt eine Verantwortung, ihr alle könnt euch mit Frauen solidarisieren, sie pushen und supporten. Sexistische Machtstrukturen müssen aktiv ausgehebelt werden, wer sie ignoriert trägt dazu bei, sie zu leugnen. Mich erreichte vorhin eine Nachricht, in der ein Typ schrieb: „Sexismus ist Rap.“ Nein. Rap, HipHop, ist eine Platform für die Menschen, die sonst weniger gehört werden, die weniger privilegiert sind und sich hier mit ihren Skills beweisen und nach oben kämpfen können, ganz egal woher sie kommen oder wer sie sind. Diskriminierung jeglicher Form gehört hier nicht hin. Wer das nicht checkt, hat HipHop nicht verstanden. Um Ebow zu zitieren: ein echter Gangster ist ein Feminist.”

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