Why we love Lydia Daher!

von Sandra und Kerstin

Heute stellen wir euch die tolle Sängerin, Musikerin und Lyrikerin Lydia Daher vor. Seit 2007 ihr erstes selbstbetiteltes Album (via Trikont) erschien, sind wir heimliche Fans von ihr. 2017  kam dann ihr aktuelles  Album „Wir hatten Großes vor“ – raus, wozu es bisher aber noch keine Tour gab.  Dies wird diesen Januar nachgeholt! Und wer sie bei “Krawalle und Liebe” im November erlebt hat, weiß, wie mitreißend und dabei soundtechnisch-raffiniert auch Lydia Dahers Live-Performance ist!

Lydia Daher @Krawalle & Liebe #3

Live performt Daher (Gesang, Gitarre) mit Daniel Schröteler (Drums, Effekte, Synth) und Hannes Buder (Gitarre). Gemeinsam sprengen sie die Grenzen zwischen Pop, Jazz, Minimal und Avantgarde.

Das Album “Wir hatten Grosses vor” von Lydia Daher beweist einmal mehr, dass Musikerinnen, die auch noch Poetinnen sind, wahrscheinlich, wenn man ehrlich ist, die besseren Kunstwerke hinbekommen. Jedenfalls, wenn sie, wie im Falle Lydia Daher, die Spannung, die sie mit den Texten erzeugen, auch mit der Musik erzeugen bzw. füllen können.

Daher und ihre Band überzeugen – mit ihrem konsequenten und glänzenden Kern – auch dadurch, dass sie die Dinge zuerst abgewogen auf den Punkt bringen, zen-mäßig angenehm in ihrer inneren Mitte pendelnd, um im nächsten Anlauf wie in einem harten Schnitt, aber ohne Übergangsprobleme, einfach auch noch das Gegenteil oder den Gegenpart dazu zu denken. Wie z.B. in dem großartigen Satz “Wir können zusammen stillstehen und kommen trotzdem voran”, um dann noch lakonisch hinzuzufügen: „Mit irgendwas. Irgendwann.” Oder auch: “Ich komme hier nicht weg, obwohl ich dauernd renne.”

Um diese letzten ersten hart abgerungenen Wahrheiten herum wird die Musik so eingesetzt; mal improvisiert, mal geprobt, aber immer noch minimalistisch genug, um angenehm und stilvoll zu bleiben, als wollte sie das Geheimnis verraten, was in den Worten auch immer noch ein Stück weit verborgen bleiben darf. Das Besondere dabei ist nun wiederum, dass diese Musik, die immer noch etwas hinzufügt, aber nie purer Selbstzweck ist (was ja bei Musik im Spannungsfeld von Avantgarde und Impro nicht selten der Fall ist), tatsächlich noch durch Pop-Appeal und grandiose Melodien (und auch Messages!) zu überzeugen und zu leuchten weiß. Auch der Gesang, abgedunkelt, und trotzdem hell und sichtig, ist einzigartig und schön; rau und scharf.

Es ist Musik, die auch deshalb eine große Hörerschaft verdient hat, weil sie immer gleichzeitig Pop und Avantgarde (oder vielleicht sollte man auch sagen: Jazz!) sein kann, weil sie das große Kunststück fertig bringt, nie aufdringlich und pathetisch zu sein, trotz dem Aufwand und der bedeutungsvollen Setzung der Worte und der Themen und der musikalischen Instrumentierung und dem Spiel mit Sounds, die sie betreibt! Aber die es auch fertig bringt, dabei nie abwesend zu sein; nie zu viel auszulassen; also immer noch dabei ist, ganz viel zu kommunizieren!
Denn bei aller Komplexität: es bleiben immer auch SONGS, mit “Ich” und “Du” und “Wir”, die über allen Zuständen schweben und stehen.

Es ist spannend, dass Lydia Daher über sich sagt, sie möchte “Die Grenzen zwischen Lyrik und Lyrics zum Verschwinden bringen.” Das gelingt ihr wie keiner und keinem anderen. Es sind immer Songtexte und immer Gedichte zugleich. Lydia Daher ist eine Beschützerin der Sprache und der Momente im Alltag, in denen man nach Worten ringt. Sie gibt uns diese Worte für diese Momente und die Musik bestärkt uns in dem Gefühl dazu.

 

 

Lydia Daher and us 🙂

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