Der Sommer, der nie endet.

Parkspaziergang bei heißen 4 Grad, mit FaulenzA im Ohr

von Kerstin

Das sind keine Widersprüche, das sind Teile von mir, die ergeben dann zusammen das schönste Fabeltier.“(FaulenzA)

Sandra hat vorhin zu mir gesagt: der Winter ist doch für alle ein Schock, nach diesem Hammersommer. Ich habe ihr widersprochen: Für mich nicht. Für mich macht es – noch – keinen Unterschied. Aber ich bin ja auch ein Wolf mit großen Ohren… Und das kommt so:

Obwohl es draußen nur 4 Grad hat, ist mir gar nicht mal kalt, im Gegenteil. Ich schwitze in meiner schweren, schwarzen Winterthermojacke, unter deren Herrschaft ich mich fühle wie ein kleiner, lebenshungriger Wolf, zumal beim Gehen: Schönstes Durch-den-Park-Lauf-Wetter also, auch wenn ich im dusteren Wintergrau eines diesigen Dienstagnachmittags nur vereinzelt auf Menschen stoße. Mein Lieblingspark gehörte mir heute allein, und alle Vögel singen nur für mich (hinter dem winddurchbrausten Restlaub zwitschert es und ein Hund bellt von weit oben, als wolle er jemanden necken). Die obligatorischen Jogger, meine einzigen Park-Gefährten, die als neonlila-leuchtende schwarze Strichmännchen an mir vorbeiprusten, während sie hochkonzentriert auf ihre Pulsmesser starren, sind mir ein bisschen unheimlich. Wie Soldat*innen der Bewegung und des Sports, dabei ist so albernes Herumflanieren mit „Faulenza“ im Ohr doch viel schöner und spannender.

Ja, genau, wie immer höre ich mir in diesen Tagen „Faulenzas grandioses neues Album „Wunderwesen“ auf meinem MP-3Player an. „Ich bin nicht widersprüchlich, ich bin einfach nur `Ich`, ein Wunderwesen und deswegen einzigartig“ und fühl mich genauso einzigartig im Kollektiv mit all den anderen Wunderwesen, wie Faulenza.

Und ich bin wie`s mir gefällt, kunterbunt und unverstellt, ich bin das wundersamste Wesen auf der Welt“ Man sollte immer um diese Jahreszeit solche euphorisierenden leuchtenden Platten veröffentlichen, so viel Kunterbunt inmitten von so viel Grau.

Ja, man muss sich schon ein bisschen daran gewöhnen bei Wind und Wetter spazieren zu gehen, bis man Wind und Wetter gar nicht mehr bemerkt. Ich frage mich allerdings wie die Temperaturen ausfallen müssten, damit sie mich auch endlich mal stören würden? Heute fand ich es, wie gesagt, noch echt heiß, aber das kommt vielleicht auch von etwas so Spießigem wie meinen Ohrenwärmern. Richtig gehört. Bislang dachte ich immer, das wäre was für Leute, denen es dann doch ein bisschen zu gut geht (dabei weiß ich ja, dass es das gar nicht gibt: „ZUGUTGEHEN“, deshalb: allen alles, allen soll es so gut gehen wie es nur geht). Aber bis ich die Ohrenwärmer entdeckt habe dachte ich halt trotzdem: das ist was für Leute, die bestimmt auch Eierbecher und Wärmflaschen besitzen und lebenslänglich Geld von ihren Eltern kriegen. Aber auch das ist Quatsch, denn schließlich sind das ja die Freuden des hart sich alles selber erarbeitenden Kleinbürgertums. Also warum nicht einen Ohrenwärmer tragen ( oder Eierbecher oder Wärmflaschen besitzen.)

Ich hätte jedenfalls, vom bloßen Hingucken, nie gedacht, wie wohltuend es sein kann, einfach noch so einen warmen Ohrenschutz unter der Mütze zu haben. Das sind die Leute, die im Winter nie frieren, denke ich, die wissen einfach wie es geht. Und das Laufen im Freien fühlt sich an wie Sommer. Jeden Tag denke ich: ab morgen wird es richtig kalt, dann kann ich das nicht mehr machen, das Schöne durch die Stadtwälder streifen, an der tollen Luft mit dem Super-Sauerstoff, und der ganzen Serotonin-Schokoladen-Sing-Dein-Song-Gute-Laune. Bei 8 Grad habe ich das auch schon gedacht, aber war dann gar nicht so schlimm, eher hot. Mal sehen, was diese Woche noch so bringt: oh, brrrr! Zuerst 3 dann 2, dann 1 Grad. Ich bin gespannt wie sich das anfühlt, als hätte ich nie zuvor einen Winter erlebt. Aber nächste Woche geht’s dann schon wieder bergauf: 4, 5, 6 Grad, Ja, hört der Sommer denn nie mehr auf? Gleich muss ich mal mein Lieblingssommerlied posten: „Long Hot Summer“ von The Style Council.

Und all das nur, das ganze zur Obsession gewordene Stadtwaldlaufen, weil mein Lieblingscafé dicht gemacht hat. D.H. So richtig dicht gemacht hat es gar nicht, seit Monaten hängt dort ein Zettel: „Comeback“. Fragt sich nur wann. In diesem kleinen, mysteriösen Café, am unteren Ende der Straße, das nur so ungefähr eingerichtet war, aber das sehr schön, habe ich all meine Blogeintröge geschrieben, oder zumindest fast alle. Gerade die kleinen „Achtsamkeits-und Alltags-Notizen“. Auch alle Presse-Erklärungen für unsere beiden Veranstaltungsreihen. Wahrscheinlich habe gar nicht ich die geschrieben, sondern das Café selber hat da so die Leitung dazu und hat mir die eingeflüstert. Ich musste nur meinen Laptop in die Steckdose einstecken, was mit gar nicht so leicht gefallen ist, weil ich dafür immer die Sitzbank wegdrehen und ich den Stecker in einem schrägen Winkel eindrücken musste, und ich wusste nie, in welche Richtung, besser also, der Laptop war aufgeladen, und dann kam auch schon der total starke, total cremige Cappuccino und der total süße und total zuckerfreie Karottenkuchen und der Text, den ich wohl über Nacht schon im Kopf gehabt hatte – oder auch nur auf dem Weg von meiner Wohnug ins Zaubercafe vor mir hergesagt hatte – stand plötzlich auf dem Bildschirm. Herrlich, fertig ist die Laube.

Wenn man aber natürlich statt in die automatische Café-Schreibwerkstatt zu gehen, lieber durch den Park läuft, weil kleine, unregelmäßig geführte Cafés in Prenzlauer Berg irgendwann pleite gehen, was wird dann aus dem Text, der dort entstehen konnte? Bleibt er ungeschrieben, verflüchtigt er sich im Morgennebel oder unten am Bootsteich, wo die Enten schlafen und der Kranich thront? Wenn „Achtsamkeit und Alltag“ hier weitergehen soll, dann wird es Zeit, dass mein Lieblingscafé wieder aufmacht! Und wenn nicht, dann beiß ich mich eben weiter mit Faulenzas heißen, verzweifeten Rap-Punk-Folk-Tracks durch die sogenannte Kälte. Allein die reizende Geschichte über den süßen „Herr Schmidt aus dem Aldi“ macht so glücklich.

Oder, verdammte Caféhaus-Boheme, wie wäre es eigentlich damit, einfach mal zuhause am Schreibtisch was zu schreiben. (Wem geht’s hier eigentlich zu gut?) Zum Beispiel endlich die große Rezension des Faulenza-Albums, das wir euch hier bei diesem Blog zu Weihnachten noch mal sowas von hammerkrass empfehlen werden. Zuhause bleiben und schreiben: Das wäre, zur Abwechslung, doch auch mal eine gute Idee, wenn man sich schon Autorin, Blogmama und an guten Tagen sogar Schriftstellerin nennt. Und danach könnte man dann ja sogar noch Klavier üben, wo man sich neulich doch schon das Mega-Harmonielehre Buch von Felix Schell gekauft hat. Ich hab nämlich, wenn ich nach Ausreden suche, warum ich so viel weniger Klavier übe, als sagen wir, die anderen Doctorella-Bandmitglieder ihr Instrument( und daür tausend mal lieber und öfter Gesang) sowieso immer das Standardklischee von der „verschneiten Berghütte“ parat.

Wenn ich mal im Winter in einer Skihütte eingeschneit wäre, ohne Internet oder anderen Bezug zur Außenwelt, so ein bisschen Shining-mäßg, dann würde ich Tag und Nacht Klavier üben“, sage ich dann immer. Aber in so eine Situation gerät man ja praktisch nie (und schon gar nicht in Zeiten von Erderwärmung) und auch deshalb bin ich so glücklich über das, meiner Meinung nach, beste Harmonielehre-Buch aller Zeiten, was ich mir da gekauft habe. Alles, was man schon mal wusste und wieder vergessen hatte, wird hier so gestochen scharf erklärt, dass es eine Freude ist, das eigene Wissen wieder aufzufrischen und das alles plötzlich in eigenen Sätzen innerlich sich merken und zusammenfassen zu können.

Und gestern habe ich – zusätzlich, weil Widerspruch macht Freude!- einen Artikel aus dem NME im Netz gefunden, der, ganz im Gegenteil dazu, die zwölf besten Songs aufgelistet hat, die mit nur drei Akkorden ausgekommen sind: „Heroin“ von Velvet Underground (Db, Gb) „Common People“ von Pulp (C,G,F) und „Atmosphere“ von Joy Divison (A, D, E).

Wenn das nichts wird mit dem Schnee in diesem Winter also und der verschneiten Skihütte, und wenn ich alle Harmonielehre dann wieder vergessen habe, dann höre ich wieder auf mein Gefühl und dann schreib ich halt zur Not ein paar neue New Wave-Punk-Klassiker. The Velvet Underground, Joy Divison und Pulp: die verstehen nun wahrlich genug von Intervallen, Akkorden, Rhythmik und Kadenzen.

Ist also alles gar nicht widersprüchlich, ist einfach nur ich, sind Wunderwesen und deshalb einzigartig. Die sind ganz wie`s ihnen gefällt, kunterbunt und unverstellt, die wunderbarsten Wesen auf der Welt.

Nur FaulenzA ist noch toller!!!

Genaugenommen sind es sogar nur 2 Akkorde:) Nur der allerletzte Abschlussakkord fügt noch mit dem "F" 
"F" einen dritten hinzu.

VELVET UNDERGROUND

Heroin

Tuning: EbAbDbGbBbEb



riff 1:

  D             G             D             G

|-2-------2---2-|-3-------3-----|-2-----3-2---2-|-3-------3---0-|

|-3-----3---3---|-0-----0---0---|-3---------3---|-0-----0---0---|

|-2---2---------|-0---0---------|-2---2---------|-0---0---------|

|-0-------------|-0-------------|-0-------------|-0-------------|

|---------------|-2-------------|---------------|-2-------------|

|---------------|-3-------------|---------------|-3-------------|

 

riff 2:

|-2----7----9---7----|

|-3----8----10--8----|        listen to the song to get the timing for

|-2----7----9---7----|        this part - it isn't broken up into bars

|-0------------------|        here.

|--------------------|

|--------------------|

 

riff 1 2X





[Verse] 

D   G       D    G     D         G       D       G

   I  don't know  just where I'm going

    D        G         D           G            D<---- end of riff 1, strum

But    I'm       gonna try for the kingdom if I can    this chord, and the

                G               D                      rest of the chords

Cos it makes me feel like I'm a man

             G             D

When I put a spike into my vein

              G                       D

And I tell ya things aren't quite the same          when you hit the word

         G             D                            "know" at the end of the

When I'm rushing on my run                        verse, the D chord marks the

      G                     D                    beginning of riff 1 again,

And I feel just like Jesus' son                 which contintues until the





[Chorus]

      G                       D                 "nullify" in the next verse.

And I guess that I just don't know              this pattern continues thru

      G                        D      G     D       G      the whole song.

And I guess that I just don't know

 



[Verse] 

D     G        D   G         D         G     D

I         have made a  big decision

D     G        D    G          D

I'm      gonna try     to nullify my life

             G               D

Cos when the blood begins to flow

       G                       D

And it shoots up the dropper's neck

         G             D

When I'm closing in on death

 

 

riff2 2X

 

          G               D

You can't help me not you guys

                  G                         D

Oh, all you sweet girls with all your sweet talk

        G             D

You can all go take a walk





[Chorus]

      G                       D

And I guess that I just don't know

      G                       D      G      D      G

And I guess that I just don't know

 



[Verse] 

D    G      D      G        D               G        D      G

I       wish that    I was born a thousand years ago

D    G      D      G                    D

I       wish that    I'd sailed the darkened seas

     G                 D

On a great big clipper ship

           G                 D

Going from this land here to that

         G                 D

Oh, in a sailor's suit and cap

 

riff2 2X

 

     G            D

Away from the big city

        G              D

Where a man can not be free

           G             D

Of all the evils of this town

          G               D

And of himself and those around





[Chorus]

          G                       D

Oh, and I guess that I just don't know

          G                       D      G     D      G

Oh, and I guess that I just don't know

 



[Verse] 

D   G   D   G            D           G       D      G

Her_____oin,   it'll be the death of me

D   G   D   G       D               G

Her_____oin,   it's my wife, and it's my life

          G              D

Because a mainline in my vein

           G            D

Leads to a center in my head

             G             D

And then I'm better off as dead

 

 

riff2 4X

 

             G               D

Cos when the smack begins to flow

      G                    D

Oh, I really don't care anymore

              G                D

'Bout all the jim-jims in this town

                G                    D

And all the politicians making crazy sounds

              G                      D

And everybody puttin' everybody else down

                 G                  D

And all the dead bodies piled up in Nam

 

riff 2  4x

             G               D

Cos when the smack begins to flow

      G                    D

And I really don't care anymore

 

riff 2  2x

              G           D

When that heroin is in my blood

        G              D

And the blood is in my head

             G                       D

Then I thank God that I'm as good as dead

               G                 D

And thank your God that I'm not aware

          G                     D

And thank God that I just don't care

      G                       D

And I guess that I just don't know

      G                       D      G       D        G

And I guess that I just don't know

 

riff1 2X

 

F arpeggio

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