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Krawalle und Liebe #8 – der Grether-Salon im LfBrecht-Haus

5. September ca. 19:30 - 23:30

3Euro - 5Euro

Die September-Ausgabe von Krawalle und Liebe lässt keine Wünsche offen: wenn Sie HipHop lieben, dann freuen sie sich auf ein ausführliches Gespräch mit dem Rap.de-Chefredakteur Oliver Marquart, der seit 20 Jahren über Rap schreibt und  neulich die Kühnheit besaß, ein #metoo in der HipHop-Welt zu fordern. Wenn sie HipHop gerne eher bürgerlich-kritisch betrachten, kommen Sie also auch auf ihre Kosten und können noch etwas Neues lernen: denn der Autor wird nicht nur seine vieldiskutierte These erklären, sondern auch die schlimmsten und besten Rap-Videos vorstellen: je nachdem, wie man`s sieht.

 

Wenn es so etwas gäbe wie ein eigenes feministisches Musikgenre, dann hätten Hannsjana (Foto)  den Preis des Jahres verdient. Sie vertonen feministische Diskurse mit so viel Witz, Musikalität und performativer Kraft, dass man hinterher denkt, man wäre im Kino gewesen. Denn das Künstlerinnen-Kollektiv macht obszöne Themen wie „Unterhosen“ und „Unterstriche“ zu salonfähigen Ohrwürmen – inklusive multimedialer Show. Ihre kultigste Textzeile bislang geht so: „Wenn Alice Schwarzer auf den Bus wartet / dann wartet nicht „der Feminismus“ auf den Bus.“

 

Wie könnte Widerstand heute aussehen? fragt sich auch Enis Maci in ihrem vielschichtigen Supertitel der Saison: „Eiscafe Europa” (edition suhrkamp).  Auf der Suche nach einer Antwort zieht die preisgekrönte eine Linie von Jeanne D’Arc über Sophie Scholl zu den albanischen Schwurjungfrauen. Sie entlarvt die medialen Strategien der Identitären als Travestie, und befragt Muttersprache und Herkunft. “Im Eiscafe Europa bekamen wir Mädchen wie immer jede zwei Kugeln oder einen Zitroneneistee…”

 

Und als wäre das nicht schon genug an Highlights, setzen wir noch einen drauf. Kein Geringerer als David Wagner eingeladen, einer der sympathischsten und etabliertesten Schriftsteller der Gegenwart, wird aus seinem Ende August erscheinenden Roman „Der vergessliche Riese“ lesen, der von einem Vater handelt, der wieder Kind geworden ist. Ganz  leise, fast unmerklich, schreitet die Demenz voran, doch sie verläuft ohne Schrecken. Die Zärtlichkeit, die der Erzähler ihm bei seinen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit entgegenbringt, berührt tief. (Rowohlt)

Und ein berühmt-berüchtigtes weibliches Zwillingspaar kommt auch vor in dem Buch…

 

All dies wird präsentiert von den ebenso charmanten wie Chaos-erprobten Salonièren Kerstin und Sandra Grether, Autorinnen, und Frontfrauen der Band Doctorella, die auch den Theme-Song zur Reihe komponiert haben und spielen werden.

Details

Datum:
5. September
Zeit:
19:30 - 23:30
Eintritt:
3Euro - 5Euro
Website:
https://lfbrecht.de/events/kategorie/schwerpunkte/?reihe=Grether-Salon&y=2018

Veranstalter

Literaturforum im Brecht-Haus